Eine Ruckkehr zum einst Verlassenenland

Ich könnte meinen Einsatz als Traubenzüchter in meinen Heimatort Cademario zurückverfolgen, wo ich vor mehr als 25 Jahren eine Arbeit zur Rückgewinnung der von wildem Gesträuch belagerten, sich selbst überlassenen "Terroirs" in Angriff nahm. Diesem nunmehr traubenträchtigen Land und der Weinkunst widme ich heute meine Mussestunden (o meine freie Zeit, o meine Freizeit). Darüber, dass ich zu dieser innigen Verbindung zur Natur zurückgefunden habe und diese Leidenschaft auch an meine Kinder, Enkelkinder und Mitarbeiter weiterzugeben wusste, bin ich sehr glücklich.

Sergio Monti

Das Terroir

Das Weingut Cantina Monti ist ein kleiner Familienbetrieb mit 4 Mitarbeitern. Es befindet sich an den "Ronchi" (Steilhängen), die von Cademario abwärts Richtung Bioggio liegen. Hier werden verschiedene in den "Ronchi" zerstreute Landstücke über insge- samt 4 ha bebaut. Die Weinreben sind reihenweise terrassenartig nach Süd-Südosten ausgerichtet. Die Stöcke werden guyotartig bei 80 cm Abstand gezüchtet; auf einem der Grundstücke wird mit dem Lira-System gewirtschaftet. Der Boden ist leicht, san-dig und tief. Wegen der steilen Abhänge (bis zu 70%) kann die Bearbeitung nicht voll mechani-siert werden. Damit möglichst umweltfreundlich gewirtschaftet und der Betrieb öko-logisch geführt werden kann wird nach den Methoden der "integrierten Produktion" gearbeitet.

Aus oenologischen Gründen werden die Erträge durch striktes Ausdünnen der Trau-ben sehr tief gehalten.Wegen des launischen Malcantone-Wetters mussten die Reben mit Hagelschutznetzen abgedeckt werden. Infolge von Experimenten mit eini-gen Sorten wurden gewisse Arbeiten auch von der Agronomischen Forschungsstation des Bundes im Tessin und von der kantonalen Beratungsstelle beobachtet. Zwei weitere Grundstücke werden in Bosco Luganese bebaut, auf demselben Hang der Ronchi von Cademario, und in Morbio Inferiore bei Mendrisio (unter der Leitung von Umberto Monzeglio bzw. Giuliano Cormano). Die Weinreben weisen 7 Gattungen von Rot- und 3 Gattungen von Helltrau-ben auf, in mehreren Klonen und "innesto"-Träger, und zwar:

-Merlot
-Pinot noir
-Cabernet-Sauvignon
-Diolinoir
-Carminoir
-Ancellotta
-Americana
-Müeller-Thurgau

-Chardonnay
-Pinot Gris

Obwohl die Steilhänge run um Cademario im Durchschnitt ziemlich hoch liegen - etwa 500 m.ü.m - lassen die besondere Ausrichtung und die ausgesprochen steilen Hänge auf leichtem

Boden eine ausgezeichnete Anpassung an die vershiedenen Traubenstöcke zu. Die Lage am Berghang, beinahe senkrecht über dem Vedeggiotal und dem Luganersee, sorgt für eine ziemlich markante Temperaturschwankung zwischen Tag ung Nacht bei einem stets gut belüfteten Mikroklima: es sind dies wesentliche Merkmale für ein gutes Heranreifen der Trauben.

Die Arbeit im Weinkeller

Der keller liegt senkrecht auf drei Ebenen sodass jeder Ablauf, vom Pressen bis zum Abfüllen, im freien Fall geschieht. Dadurch wird die Pumpe praktisch nur für die Filtrierung eingesetzt.Weil alle Reben und Traubensorten einzeln verarbeitet werden sind zahlreiche kleine Gärungsbottiche vorhanden: daim kann man durc lange und öfters (bis zu 8) vorgenommene “foulages”das Nachfüllen mit der Pumpe vermeiden. Gewisse Traubensorten lässt - in kleinen Mengen, je nach Jahrgang - welken bis sie etwa 10% ihres Gewichts verlieren, um eine bessere natürliche Festigung des Weins zu erzielen. Im Jahr 1976 machte sich Sergio Monti daran, seinen ersten Wein herzustellen: er presste die Trauben mit der alten Pressmühle seines Grossvaters und entrappte sie von Hand

auf einem Stück Hühnerstallzaun, alles für ein enziges Fass Merlot...
Über die Jahre hinweg ist vieles zur Entwicklung der
theoretischen Ausbildung, der Arbeitstechnologie und der Forschung beigesteuert worden. Heute finden wir im Kel-ler jede Art von Spitzenmaterialien und -technologie. Das fortschreitende Heranreifen der Trauben wird durch Laboranalysen an Proben aus dem Rebberg verfolgt. Zur gewünschten Zeit wird dann geerntet. Über den gesamten Ablauf der Umwandlung der Trauben in Wein hindurch gilt das Prinzip von "Respekt" gegenüber dem Produkt: mechanische Eingriffe auf das Pro-dukt werden auf ein Minimum beschränkt und so "sanft" wie möglich durchgeführt. Die Gärungsbottiche aus Inox-Stahl und Holz sind mit Rädern versehen, damit sie di-rekt unter die waagrechte

Entkernungspresse gefahren werden können. Für Rotweine erfolgt die Gärung und Zersetzung in wärmeprogrammierbaren Botti-chen; je nach Wein und Jahr dauert dies etwa 15 -20 Tage. Über die Jahre hinweg ist vieles zur Entwicklung der theoretischen Ausbildung, der Arbeitstechnologie und der Forschung beigesteuert worden. Heute finden wir im Kel-ler jede Art von Spitzenmaterialien und -technologie. Das fortschreitende Heranreifen der Trauben wird durch Laboranalysen an Proben aus dem Rebberg verfolgt. Zur gewünschten Zeit wird dann geerntet. Über den gesamten Ablauf der Umwandlung der Trauben in Wein hindurch gilt das Prinzip von "Respekt" gegenüber dem Produkt: mechanische Eingriffe auf das Pro-dukt werden auf ein Minimum beschränkt und so "sanft" wie möglich durchgeführt. Die Gärungsbottiche aus Inox-

Stahl und Holz sind mit Rädern versehen, damit sie di-rekt unter die waagrechte Entkernungspresse gefahren werden können. Für Rotweine erfolgt die Gärung und Zersetzung in wärmeprogrammierbaren Botti-chen; je nach Wein und Jahr dauert dies etwa 15 -20 Tage. Danach wird der Wein zur malolaktischen Gärung freifallend in neue Bottiche verlegt,: dort wird er über 14-16 Monate herangezüchtet. Die so hergestellten Weine nennen wir Rovere (reiner Merlot) und Malcantone Rosso aus einer Auslese verschiedener Rottraubensorten. Sämtliche Gattungen der verschiedenen Weinberge werden jeweils gesondert zu Wein verarbeitet und je nach Verwendungszweck entweder rein oder ver-mischt in Flaschen abgefüllt. Gepresste und entrappte Weisstrauben werden 12-18 Stunden lang zur Beerenhaut-zersetzung bei Tief-temperaturen (0°C - 3°C Cryoextraktion) stehengelassen.

Die ab-gekältete Masse wird dann in einer pneumatischen Presse zu Most verarbeitet; dieser wird nach einem "débourbage" zur Gärung in Bottiche abgekeltert, wo er 4 Monate lang ohne Abstich auf "feccia" herangereift wird, mit öfteren "bâtonnages".Die verschiedenen Sorten werden schliesslich zu Weissem Malcantone (Malcantone Bian-co) vermischt.

Die Weine

Die Philosophie der Monti-Kellerei auf der Suche nach einer persönlichen Produk-tionsmethode liegt in der Hervorhebung der weicheren Eigenschaften der Tannine, unter-stützt von einer gewissen Vollheit und Kräftigkeit, die ihnen von der Qualität der nach dem "Système Bordelais" produzierten und verarbeiteten Trauben ver-liehen wer-den. Eine reife Frucht mit dunklen Beeren vervollständigt das Gleichge-wicht und den Charakter der Rotweine. Der einzige Weisswein der Produktion wird nach den Kri-terien der Burgundertradition hergestellt, welche die typische Eigenstän-digkeit der Traubensorten und deren pfirsich- und tropenfrüchtenar-tigen Geschmack hervor-he-ben. Ein Weisswein voller Düfte und Aromen mit einer äusserst harmoni-schen Rund-heit im Mund, der für ein gewisses Altern geeignet ist.

Auf dem Etikett werden sämtliche Produktionsdaten preisgegeben, von der Ernte bis hin zur Abfüllung in die Flasche, um es dem Geniesser zu ermöglichen, seine organoleptischen Empfindungen mit der chemischen Analyse zu vergleichen, und natürlich auch weil sich die Offen-heit dem Konsumenten gegenüber ganz einfach gehört.

Etiket

> 2000
> 2001
> 2002
> 2003
> 2004
> 2005
> 2006

Die Impulsgeber
Sergio Monti

hat aus eignenen Kräften zum Wissen um Reben und Wein ge-fun-den, indem er sich unmittelbar mit den Problemen und Themen im Feld und im Wein-keller auseinandersetzte. Für einige Jahre besuchte er Weinbaufortbildungskurse an der Universität Bor-deaux und setzte herkömmliche, innovative und experimentelle Anbaumethoden in die Praxis um. Er ist derzeitiger Präsident der "Federviti Cantonale"; im Jahr 1997 war er auch Vor-sitzender des Schweizerischen Rebzüchterverbands.

Giovanni Cavalieri

ist für die Weinreben verantwortlich und zugleich Keller-meister des Betriebs. Schon seit seiner Kindheit verbindet ihn mit den Freunden Delio und Ivo die Leiden-schaft für die "Ronchi di Cademario"; später absolvierte er die vom Kanton Tessin angebotenen Weinrebenanbaukurse und entschloss sich dann dazu, sich vollamtlich bei der Cantina Monti einzusetzen, zusammen mit zwei weiteren Mitarbeitern.

Ivo Monti

lebt heute - nach zehn Jahren weltweit auf hoher See als Handelsmari-ne-offizier - in Cademario, wo er als Finanzberater tätig ist. Wie früher sein Vater, so hat auch er in Bordeaux die Kurse besucht und arbeitet aktiv mit ihm zusammen bei der Zielsetzung der Firma und hilft mit, den Obliegenheiten der Firma nachzukommen, insbesondere im Rahmen der Arbeiten im Weinkeller.

Delio Monti

der eine Ausbildung als Bühnenbilddesigner abschloss, dann aber Bildhauer wurde, setzte sich nach zehn Jahren in New York in Carona nieder, wo er sich nun in seinem Atelier vollzeitig seiner künstlerischen Berufung widmet. Er entwarf den Weinkeller, kümmert sich um die graphische Gestaltung und ar-bei-tet mit in der Firma.